Freitag, 14. November 2008
Philipp's special
Essen in Hawkes Bay
Eine der tragenden Säulen jeder Kultur ist das Essen - finden Nicole & ich zumindest. Deshalb ein paar Eindrücke zu diesem wichtigen Thema.
1)
Die Ähnlichkeit mit England ist unverkennbar: Seen, Fluesse & Meer im Überfluss, Fische auch. Alles, was die Leute mit den Früchten des Meeres anzustellen wissen, ist fish'n'chips. So auch auch der Kiwi – auf jeden Fall immer frittiert. Feinere Zubereitungsarten sind bekannt, aber nicht weit verbreitet. In den Restaurants ist es ebenfalls so. Gerade gestern bestellten wir «salt & pepper squids» - sehr leckere Tintenfischringe und nur kurz frittiert. In besseren Restaurants gibt es auf Wunsch mindestens einen Fisch, der nicht frittiert ist.
2 )
Fleisch: Lamm ohne Ende! Schmeckt auch wirklich gut und man weiss wo's herkommt. Lustigerweise hab ich bisher noch kein Kalbsfleisch gesehen. Das Rind ist auch sehr gut. Da wurde in den letzten Jahren viel investiert - vor allem für den Export. BSE gabs hier nie, und mit den Biosecurity-Checks der Kiwis wird sich das auch nicht ändern. Diese sind scharf - unser Staubsaugerbeutel musste auch daran glauben.
3)
Neuseeland ist ein Milchland. Fonterra, Neuseelands grösste Unternehmung, ist die grösste Milchproduktefirma der Welt (Asiaten finden "made in nz" toll, die grüne Insel eben). Dementsprechend wird man hier von Milchprodukten überschwemmt. Leider ist der Trend zu
«small but beautiful» erst langsam am Aufkommen, d.h. die Auswahl an wirklich guten Käsen ist noch eher klein, aber für uns doch recht spannend. Ein paar Firmen wollen mitteleuropäische Käse kopieren. Das Resultat ist aber meist eine milde bis langweilige «Cheddar»-Version.
3)
Zum Mittagessen essen die Kiwis am liebsten salzige Pie's. Diese werden warm in einer Bäckerei gekauft und im Büro gegessen. Im Restaurant essen am Mittag ist eine Ausnahme. Leider ist die Füllung der Pies oft nicht wirklich lecker, zumindest von der Konsistenz her. Deshalb essen wir kaum Pies. Zuhause zu essen, ist sehr viel besser - ich werde von Nicole fast jedem Mittag mit etwas leckerem überrrascht.
4)
Sehr stolz sind die Kiwis auf Ihre Kaffeekultur. Es ist tatsächlich erstaunlich, wie gut ein «Flat white» (ein shot espresso mit viel Milch / Schaum) schmeckt. Gleich viel Zeit wie für den Kaffee selbst wird in die Deko investiert - ein kustvolles Muster von Kafffee / Milchschaum. Überall gibt es Röstereien, viele Kaffeebrands etc. Ich habe längt ein Kaffeeabo zum Abknipsen gekauft. Ein bisschen ähnlich ist es auch mit dem Olivenöl: In der Region gibt es viele Olivenplantagen und nun auch ein Festival. Hier wird immer nach den unterschiedlichen Olivensorten unterschieden: fruchtig für den Salat, herb zum Kochen...
5)
Hawkes Bay ist ja eine Weinregion. Ein Ausflug am Wochenende oder mit Geschäftskunden unter der Woche in eine Winery ist das chicste, was man hier machen kann. Jede Winery hat Ihr eigenes Restaurant, das dem gleich hohen Anspruch wie der Wein auch gerecht werden soll. Das Geld für die Winerys kommt meist aus Übersee - ein schönes Hobby. Neben der Milchwirtschaft zieht auch dieser Wirtschaftszweig recht viele Spezialisten nach Hawkes Bay. Bei den Rotweinen gibt es viel Merlots oder Cabarnet Sauvignions. Bei den Weissweinen sind mir vor allem gute Riesling und Gewürtztraminer aufgefallen. Vielleicht findet Ihr bei Eurem nächsten Einkauf Wein aus Hawkes Bay oder Marlborough (Südinsel)?
En gute, Philipp
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