Sonntag, 31. August 2008

Donnerstag, 28. August 2008

Ahuriri Lagoon

New Zealand or Out of Africa?








Ahuriri Lagoon ist Teil unseres Quartiers und nach einem Maori Stammesführer benannt. Seit 1931 ist dieses Stück Land über Wasser, begehbar & vom schweren Erdbeben um 2 Meter angehoben worden. Hier liegt das Westshore Wildlife Reservat, eine Lagune und Wattland, ein herrliches Refugium für Windsurfer und Kanufahrer. Wir spazieren hin und wieder durch dieses Sumpfgebiet und staunen über die Abendstimmungen. Hier tummeln sich 50 verschiedene Arten von Enten, schwarzen Schwänen und unglaublich trällernden Vögel. Die Vögel haben hier in Neuseeland kein aussergewöhnlich auffallendes Federkleid, sehr dezent gehalten, dafür sind sie der Superstar im Singen. In Australien, habe ich mir sagen lassen, gilt das Gegenteil - ein farbenfrohes Kleid, aber keine Zwitscherstimme.

Mittwoch, 27. August 2008

Mollig-wollen pudelwarm


Nie mehr kalte Füsse, juhe. Die typisch neuseeländischen Pantoffeln heizen jede einzelne Fusszehe, mit echtem Schafsfell gefüttert.

Montag, 25. August 2008

A big shake

Die Erde bebt. Ich stehe noch immer unter Schock. Heute nacht wurden Philipp & ich heftig von einem Erdbeben mit Stärke 5,9 aus dem Schlaf gerissen. Epizentrum in 10 km Entfernung. Das Haus wackelte, das Bett, alles vibrierte, klirrte und, es schüttelte uns durch. Die Fische aus Philipps Mexiko Reise fielen über uns. Wir sassen versteinert im Bett, völlig eingefroren ohne jegliche Reaktion. Mir kamen diese 20 Sekunden endlos vor. Die Zeit stand still, das Beben nahm kein Ende, schien mir. Laurin hatte einen Engelsschlaf und schlief durch. Bis zum nächsten Türrahmen haben wir also nicht mehr geschafft. Das ist hier die Vorsichts-massnahme bei einem starken Erdbeben. Das Nachbeben kam 10 Minuten später mit Stärke 3.5. Heute morgen traf ich zwei Nachbarn, die mir mit Abfallsäcken voller zerbrochener Vasen und Gläser entgegen liefen, ihr Fernseher fiel von der Wand. Die Sprachschule von Sylvia, die Frau von Phillips Kollegen aus Turgi, ist wohl so beschädigt, dass sie heute «erdbebenfrei» hatte.

Beben tut es hier häufig, 14 000 Mal / Jahr, davon sind 150 Beben spürbar. In Wellington werden die Mitarbeiter im Fall eines schweren Erdbeben instruiert. Dort rechnen sie in den nächsten paar Jahren auf ein grösseres Beben. Napier wurde 1931 vom schwersten Erdbeben in der Geschichte Neuseelands mit Stärke 7.9 komplett zerstört und mit Art Deko Häusern wieder neu aufgebaut. Der Art Deko Stil war dazumal die günstigste Bausweise, da billige Betonplatten dafür verwendet worden sind. Die Pastellfarben entstanden dabei aus der Not heraus: Die Farben wurden mit Wasser gestreckt. Das Erdbeben ließ aber auch den Erdboden um 2 Meter heben, so dass aus der Ahuriri Lagoon (unser Quartier!!) sowie aus großen Wattgebieten 40 km2 Neuland entstanden.

Ich hoffe fest, dass sich die Erde wieder beruhigt und Neuseeland uns etwas ruhiger aufnimmt.

Häufige Erdbebenzentren in Neuseeland
mit heutigem Epizentrum in Hawkes Bay / Napier

Original New Zealand


Wollte man Neuseeland mit einem Bild einfangen wollen, würde das in etwa so ausschauen -> Liebliche Hügelketten ziehen durch das Land, weiss gesprengelt von zig tausenden Schafen.

Sonntag, 24. August 2008

Gaumenfreuden im Kirchenschiff




Sonntagsschmaus in der Old Church - eine Entdeckung wert! Eine alte Kirche etwas ausserhalb von Napier zwischen Weinreben & Obstplantagen, besonders romantisch am Abend.

Samstag, 23. August 2008

Nestbau




Eingang zur Veranda mit Blick auf den Pazifik
Bald Laurins Spielkumpane?
Unsere Häusersuche nimmt Form an: Philipp stiess beim Recherchieren auf eine Räuberhöhle. Er hat sich diese erst einmal ohne mich inspiziert und war völlig hin und weg. Nach seinen Schilderungen erwartete ich ein charmantes, verlottertes Liebhaberobjekt. Es war mehr als herunter gekommen. Fenster zerbrochen, Löcher in den Böden, alles etwas schepps am Hang gelegen, muffig und abgestanden im Geruch, doch alles in allem mit vielen schönen alten Details. Der verwilderte Garten & der Blick auf den Pazifik hat es uns angetan. Der Vermieter wird das Objekt nun ein halbes Jahr renovieren, Wände herausreissen, Heizung einbauen... Für die Zwischenzeit hat er uns netterweise sein Haus angeboten, das uns auch sehr gefallen hat. Wir werden nächste Woche noch weitere Objekte zum Vergleich ansehen und uns bald entscheiden.

Freitag, 22. August 2008

Filmfestival in Napier




Ich muss sagen, das Programm ist sagenhaft. Viele europäische Filme werden hier gezeigt, darunter «Persepolis» - ein französischer Comic von Marjane Satrapi. Die fast kindlich-naiv anmutende Bilder in hartem Schwarzweißkontrast erzählen die Geschichte einer Kindheit im Iran mit all ihren grauenhaften und absurden Episoden - voller Wärme beschrieben. Die Verfilmung wurde in Cannes 2007 ausgezeichnet.

Wir Schweizer Frauen hatten unseren ersten Frauenabend und freuten uns wie verückt auf Kultur! Durch die französisch gesprochene Sprache habe ich mich wie in Europa gefühlt - ein Stückchen weit kam Heimatgefühl auf.

Dienstag, 19. August 2008

Heimwehset

Was tun gegen die Sehnsucht nach Vertrautem, Geborgenem & seinen Allerliebsten? In weiter Ferne am anderen Ende werden Erinnerungen plötzlich zu unbeschreiblichen Erlebnissen. Ein Brief wird wie ein Stück Heimat verehrt und über hundertmal gelesen.
Doch nach Neuseeland sollte man wohl besser im europäischen Winter ziehen... Wir freuen uns wie verrückt auf den Sommer & unseren ersten Besuch aus der Heimat!

Beim Anblick seiner Kulleraugen ist das Heimweh schnell vergessen.
Laurin führt mir vor Augen, was wirklich wichtig ist: uns zu haben.
Der phänomenale Starterkit für einen Monat lang zum sanft Landen auf der Insel.
Der Ideenreichtum
meiner lieben Familie ist überwältigend.
«Nic pour toujours» - Schweizer Emergency-Bag gegen akutes Heimweh
zum Abschied von meinen liebsten Freunden & immer dabei...

Augengel von Sisters Ford gegen Krokodilstränen von meinem Schwesterherz.
Wirkt sofort! :-)

Montag, 18. August 2008

Maori-Schmaus



Wir sind der Kultur der Maoris etwas näher gekommen. Philipp kam eines Tages mit 2 Essencoupons von der Arbeit nachhause: eine Charity Veranstaltung. Maoris haben Geld gesammelt: Samstag nachmittag 17h brachte Philipp 2 Original Abendessen mit - ganz nach Maoriart zubereitet: Hangi genannt. Speziell daran ist, dass Süsskartoffeln, Kürbis, Fleisch & Fisch ungesalzen unter glühendheissen Lavasteinen und auf Blättern gebettet in einem Erdloch gegarrt werden. Und tatsächlich alles in allem hat einen erdig-rusigen Geschmack - Naturaroma pur.

Eine Insel wird herausgefischt

Die Erschaffung Neuseelands wird in der Legende von Maui beschrieben. Dieser Gott war ein dreister Schwindler, dem es unter anderem gelang, die Sonne dazu zu bringen, die Tage länger zu machen. Seine größte Berühmtheit erlangte er jedoch, als er die Nordinsel herausfischte, was als Te Ika a Maui (der Fischzug des Maui) beschrieben wird. Ein Blick auf eine Luftaufnahme der Nordinsel zeigt, wie sehr sie einem Fisch ähnelt. Die Maori glauben, dass der hohe Norden der Schwanz des Fisches ist und Wellington Harbour das Maul.

Die Maoris, die Ureinwohner Neuseelands, stiessen mit Ihren Kanus auf Neuseeland und liessen sich hier vor ca 1000 Jahren nieder. Sie kamen von den umliegenden Südseeinseln. Gegen Ende des 18. Jhs. begann die Besiedlung vor allem durch Engländer, die sich zunächst auf der Südinsel niederließen, einige Jahre später aber auch auf der Nordinsel.
Schnell kam es zu Konflikten mit den bedrängten Maoris, den Ureinwohnern. Heute leben noch 15% Neuseeländer mit Maori Abstammung, meist in Mischehen.

Die Augen werden gerollt, die Zungen herausgestreckt, so kann man sich den Kriegertanz der Maoris vorstellen. Bei der Begrüßung werden die Augen geschlossen, die Nasenspitzen berührt und ein Laut wie "mm-mm" von sich gegeben. Es ist eine Tradition, die noch heute bei wichtigen Zeremonien stattfindet. Alles wird zweisprachig angeschrieben, die Ortsnamen sind oftmals Maori Ursprungs. In meiner Spielgruppe singen wir zu Beginn ein Begrüssungslied auf Maori.

Habt Ihr den Film «Whale Rider» aus dem Jahr 2002 gesehen? Der berührende, neuseeländische Film beschreibt die Maorikultur sehr treffend.

Montag, 11. August 2008

Fernsicht zur Südinsel




Sonntagseinkauf


Fisch direkt vom Boot frisch filettiert

Hier ist Mandarinenhochsaison
Unten barfüssig, oben Daunenjacke...

Während wir, Weicheier, vor Kälte mit den Zähnen klappern, laufen die Neuseeländer und Maoris in Flip-Flops und barfüssig umher. Kaum zu glauben. Ich bin diesen Barfüsslern auf dem Sonntagsgemüsemarkt in Wellington hinter her, damit ich Euch diesen Beweis auch bildlich festhalten kann. Auch die übrigen Läden hatten in der Stadt offen. Doch die Sonne lachte uns zu sehr an, so dass wir den Tag über draussen verbrachten. Unser Liste mit Dingen, die wir hier in unserem Städtchen nicht bekommen, werden wir online bestellen.

Oriental Bay - die Goldküste von Welli